7. Kompolize Sommer 2015

Veit Erdmann-AbelePreisträger des 7. Kompositions­wettbewerbs Kompolize Sommer 2015 war Veit Erdmann-Abele mit seinem Werk Mitternachtsmusik für Orchester. Die Uraufführung fand am 8. Juli 2015 in der Lindenkirche in Berlin-Wilmersdorf und am 11. Juli 2015 im Konzertsaal der Universität der Künste Berlin in der Hardenbergstraße statt. Ein drittes Mal war die Mitternachtsmusik für Orchester am 23. August 2015 beim Open-Air-Konzert des Lietzeorchester vor dem Portal des Bode-Museums zu hören.

Veit Erdmann-Abele, 1944 in Reutlingen geboren, erhielt mit 11 Jahren den ersten Klavierunterricht. Es folgten autodidaktische Kompositions­versuche. Später studierte er Germanistik und Musik in Tübingen und Stuttgart. Sein Kompositionslehrer war Henk Badings, der ihm die niederländische Vokalpolyphonie, die Möglichkeiten elektronischer Musik und die Vielfalt außereuropäischer Tonsysteme nahebrachte.

Nach dem Staatsexamen unterrichtete Erdmann zunächst an der neugegründeten Reutlinger Musikschule. Von 1974 bis 2002 war er als Musikredakteur beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart (heute SWR) tätig. In der Nachfolge von Karl Michael Komma übernahm er 1989 für 25 Jahre die künstlerische Leitung der Städtischen Konzertreihe Musica Nova. Für sein ehrenamtliches Engagement für die Neue Musik erhielt er 2014 die Bürgermedaille der Stadt Reutlingen.

Erdmann-Abeles Oeuvre umfasst Werke für unterschiedlichste Besetzungen, wobei er ungewöhnliche Instrumentationen nicht scheut. Es reicht von Sololiedern bis zum Musiktheater, von der Kammermusik bis zur Symphonik. Sein Werk Johann Sebastian Bach – Eine konzertante Verbeugung für Solofagott und Kammerorchester wurde 2000 in Moskau uraufgeführt.

Erdmann-Abele erhielt zahlreiche Preise und Ehrungen wie den Förderpreis der Stadt Stuttgart und Kompositionspreise der Städte Solingen, Bad Brückenau und Oensingen (Schweiz).

Über seine Mitternachtsmusik für Orchester (2010) schreibt Erdmann-Abele:

Meine Märchenoper Die kleine Hexe nach dem Kinderbuchklassiker von Otfried Preußler ist 2007 entstanden. Das abendfüllende Werk hat inzwischen im In- und Ausland viele Aufführungen erlebt. Die Oper beginnt jedoch unmittelbar mit dem Tanz der Hexen während der Walpurgisnacht, hat also gar keine Ouvertüre im herkömmlichen Sinn.

Es hat mich gereizt, zu dieser fantastischen und humorvoll-lehrreichen Geschichte eine eigenständige Orchestermusik zu schreiben, und so ist 2010 die Mitternachtsmusik entstanden. Die Ähnlichkeit des Titels mit der Mendelssohnschen Konzertouvertüre Ein Sommernachtstraum ist nicht zufällig – auch in dieser Musik geht es um Geister, Hexen und Zauberei.